PEPTIDBIBEL

Kognitive Peptide

Noopept

Prolyl-Dipeptid-Derivat (Nootropikum)

Auch bekannt als: GVS-111, N-Phenylacetyl-L-prolylglycin-ethylester

Synthetisches, dipeptidartiges Nootropikum (vom Piracetam-Konzept abgeleitet, aber prolinbasiert). Oral aktiv, mit Hinweisen auf neuroprotektive und gedächtnisfördernde Effekte – Evidenz überwiegend russischsprachig.

begrenzt

Steckbrief
Typ
Dipeptid-Derivat (kleines Molekül, peptidnah)
Herkunft
Russland (Zakusov-Institut)
Applikation
oral
Status_RU
in Russland als Nootropikum verwendet
Rechtlicher & regulatorischer Status
In Russland als Nootropikum vermarktet; keine FDA/EMA-Zulassung. Kein klassisches Peptid, aber dipeptidartig und thematisch relevant.
Wirkmechanismus

Postuliert: Steigerung von NGF- und BDNF-Expression, antioxidative und neuroprotektive Effekte; ein Metabolit ähnelt dem endogenen Cycloprolylglycin.

NGF / BDNF ↑ (postuliert)antioxidativNeuroprotektion
Bezug zu den Hallmarks of Ageing

Kognitive/neurotrophe Peptide wirken über BDNF und neuroprotektive Signalwege. Relevanz vor allem für den Erhalt kognitiver Funktion (Proteostase im ZNS, interzelluläre Signalgebung), nicht für die Lebensspanne – plausibel als Beitrag zum „kognitiven Healthspan“.

Mechanistische Plausibilität — kein für den Menschen nachgewiesener Anti-Aging-Effekt.

Evidenz nach Endpunkt
  • Kognition (mild cognitive impairment) · Humanbegrenzt
  • Neuroprotektion · Tierpräklinisch
Humanstudien
QuellenDesignDauerEndpunkteErgebnisLimitationen
Russische klinische Studienklinisch (RU)kognitive Scoresberichtete Verbesserungen bei leichter kognitiver Störungkaum westliche RCTs
Beworbene / vermutete Wirkungen

Häufig beworben — nicht gleichbedeutend mit belegter Wirkung.

Gedächtnis, Lernen, FokusNeuroprotektion, Angstlösung
Dosen aus Studien — reine Referenz
In RU oral; keine westliche Standardisierung.

Keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung und keine Umrechnung in Injektionseinheiten.

Risiken & Sicherheit
Bekannte Risiken

in RU-Anwendung als gut verträglich beschrieben (Reizbarkeit, Schlafstörungen möglich).

Theoretische Risiken

Langzeitdaten begrenzt.

Kontraindikationen / Vorsicht

Offene Fragen
  • unabhängige westliche RCTs
  • Mechanismus
Quellen
  • Russische Literatur zu Noopept (GVS-111) und kognitiver Funktion. · Review (RU)
Häufige Fragen
Was ist Noopept?

Synthetisches, dipeptidartiges Nootropikum (vom Piracetam-Konzept abgeleitet, aber prolinbasiert). Oral aktiv, mit Hinweisen auf neuroprotektive und gedächtnisfördernde Effekte – Evidenz überwiegend russischsprachig.

Wie wirkt Noopept?

Postuliert: Steigerung von NGF- und BDNF-Expression, antioxidative und neuroprotektive Effekte; ein Metabolit ähnelt dem endogenen Cycloprolylglycin.

Wie gut ist Noopept belegt?

Höchste erreichte Evidenzstufe in unserer Einstufung: „begrenzt“. Es liegen 1 ausgewertete Humanstudien vor.

Ist Noopept in Österreich und der EU zugelassen?

In Russland als Nootropikum vermarktet; keine FDA/EMA-Zulassung. Kein klassisches Peptid, aber dipeptidartig und thematisch relevant.

Welche Nebenwirkungen sind für Noopept bekannt?

in RU-Anwendung als gut verträglich beschrieben (Reizbarkeit, Schlafstörungen möglich).

Im Themenüberblick

Noopept wird hier eingeordnet: Peptide für Kognition und Fokus — mit Evidenztabelle aller Substanzen dieses Bereichs.

Zuletzt redaktionell geprüft: 2026-08-07 · Wie wir Evidenz bewerten