Ipamorelin
Selektiver Ghrelin-Rezeptor-Agonist (Pentapeptid)
Auch bekannt als: NNC 26-0161
Hochselektiver GHSR-1a-Agonist. Setzt GH frei, ohne nennenswerten Anstieg von Cortisol, Prolaktin oder ACTH – das unterscheidet es deutlich von den älteren GHRP-Peptiden.
begrenzt
Imitiert Ghrelin und bindet den Wachstumshormon-Sekretagoga-Rezeptor GHSR-1a. Über Gq/PLC und Calcium-Signalwege wird eine pulsatile GH-Ausschüttung ausgelöst. Wird klinisch wie in der Forschung häufig mit einem GHRH-Analogon (z. B. CJC-1295) kombiniert, da beide Rezeptorwege synergistisch wirken.
GH-Sekretagoga heben die GH/IGF-1-Achse – das greift direkt in die Nährstoff-Sensorik ein, ist für die Lebensspanne aber zweischneidig: In der Longevity-Forschung ist eher eine gedämpfte GH/IGF-1-Signalgebung (z. B. Laron-Syndrom, Ames-Zwergmäuse) mit längerem Leben verknüpft. Mechanistisch plausibel sind Healthspan-Effekte über Körperzusammensetzung, Regeneration und Schlaf – eine Lebensverlängerung gerade nicht.
Mechanistische Plausibilität — kein für den Menschen nachgewiesener Anti-Aging-Effekt.
- Selektive GH-Freisetzung · Human – PK/PD bestätigtbegrenzt
- GI-Motilität / postoperativer Ileus · Human – Phase-2-RCT negativpräklinisch
- Muskelaufbau / Körperzusammensetzung · — keine Humanstudiekeine Daten
| Quelle | n | Design | Dauer | Endpunkte | Ergebnis | Limitationen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Postoperativer Ileus – Beck et al., Int J Colorectal Dis (NCT00672074) | 114 | Phase 2, multizentrisch, doppelblind, placebokontrolliert | bis 7 Tage postoperativ | Zeit bis zur ersten Darmentleerung | primärer Endpunkt verfehlt (p = 0,15); gut verträglich, GH-Freisetzung bestätigt. Helsinn stellte die Entwicklung danach ein. | einzige abgeschlossene Wirksamkeitsstudie am Menschen — negativ |
| Körperzusammensetzung, Muskelaufbau, Anti-Aging | 0 | — | — | — | Für diese vielbeworbenen Anwendungen existiert keine einzige Humanstudie. | keine Daten |
| Modell | Dosis (Studie) | Dauer | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Mäuse, jung (Raun et al.) | GH-Freisetzung ohne Cortisol/Prolaktin-Anstieg | — | selektive GH-Antwort, gewichtssteigernd ohne Lebervergrößerung |
| Ratten, postoperativer Ileus | dosisabhängig | — | verbesserte Magenentleerung / GI-Transit |
Häufig beworben — nicht gleichbedeutend mit belegter Wirkung.
Keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung und keine Umrechnung in Injektionseinheiten.
in der Phase-2-Studie gut verträglich (leichte Übelkeit, selten Ödeme).
GH-vermittelte Effekte bei Langzeitnutzung unklar; die Selektivität gegenüber Cortisol und Prolaktin ist gut belegt, sagt aber nichts über den Nutzen aus.
Schwangerschaft, bösartige Tumoren.
- Humandaten zu Körperzusammensetzung
- optimaler Dosisbereich
- Langzeitsicherheit
- Raun K. et al. (1998). Ipamorelin, the first selective growth hormone secretagogue. Eur J Endocrinol 139(5):552–561. · 10.1530/eje.0.1390552
- Sinha S. et al. (2020). Transl Androl Urol 9(3):1175. · PMC7108996
Was ist Ipamorelin?
Hochselektiver GHSR-1a-Agonist. Setzt GH frei, ohne nennenswerten Anstieg von Cortisol, Prolaktin oder ACTH – das unterscheidet es deutlich von den älteren GHRP-Peptiden.
Wie wirkt Ipamorelin?
Imitiert Ghrelin und bindet den Wachstumshormon-Sekretagoga-Rezeptor GHSR-1a. Über Gq/PLC und Calcium-Signalwege wird eine pulsatile GH-Ausschüttung ausgelöst. Wird klinisch wie in der Forschung häufig mit einem GHRH-Analogon (z. B. CJC-1295) kombiniert, da beide Rezeptorwege synergistisch wirken.
Wie gut ist Ipamorelin belegt?
Höchste erreichte Evidenzstufe in unserer Einstufung: „begrenzt“. Es liegen 2 ausgewertete Humanstudien vor.
Ist Ipamorelin in Österreich und der EU zugelassen?
Kein zugelassenes Arzneimittel. In den USA 2023 von der FDA in die 503A Category 2 eingestuft (Sicherheits-/Wirksamkeitsbedenken bei Compounding).
Welche Nebenwirkungen sind für Ipamorelin bekannt?
in der Phase-2-Studie gut verträglich (leichte Übelkeit, selten Ödeme).
Ipamorelin wird hier eingeordnet: Peptide für Muskelaufbau — mit Evidenztabelle aller Substanzen dieses Bereichs.
Zuletzt redaktionell geprüft: 2026-08-07 · Wie wir Evidenz bewerten