PEPTIDBIBEL

Longevity-Peptide

Humanin

Mitochondrial kodiertes Peptid (MDP)

Auch bekannt als: HN, HNG (Analogon)

Erstes der mitochondrial-abgeleiteten Peptide (zu denen auch MOTS-c und SHLP-1–6 zählen). Zytoprotektiv und neuroprotektiv; in Modellorganismen mit Lebensspanne und Healthspan verknüpft. Humandaten sind bislang nur korrelativ.

präklinisch

Steckbrief
Sequenz
24 Aminosäuren
Herkunft
mitochondriales Genom (16S-rRNA-ORF)
Entdeckung
2001
Applikation
Injektion / Analoga
Rechtlicher & regulatorischer Status
Endogenes mitochondrial-abgeleitetes Peptid (erstes seiner Klasse). Therapeutisch experimentell.
Wirkmechanismus

Schützt Zellen vor Apoptose und oxidativem Stress; interagiert mit IGFBP3 und Bax sowie der Insulin/IGF-1-Achse. In C. elegans erhöht Humanin-Überexpression die Lebensspanne abhängig von daf-16/FOXO. Der Analog HNG verbessert metabolische Healthspan-Marker in alternden Mäusen.

IGFBP3 / BaxInsulin/IGF-1daf-16 / FOXO
Bezug zu den Hallmarks of Ageing

Mitochondrial abgeleitetes Peptid mit zytoprotektiven Effekten; höhere Spiegel sind beim Menschen mit Langlebigkeit assoziiert. Mechanistischer Bezug zu mitochondrialer Dysfunktion plausibel, Kausalität offen.

Mechanistische Plausibilität — kein für den Menschen nachgewiesener Anti-Aging-Effekt.

Evidenz nach Endpunkt
  • Longevity (Modellorganismen) · Tierpräklinisch
  • Neuroprotektion · Tierpräklinisch
  • Longevity beim Menschen · —keine Daten
Humanstudien
QuellenDesignDauerEndpunkteErgebnisLimitationen
KorrelationsstudienBeobachtungHumanin-Spiegelhöhere Spiegel bei Kindern von Hundertjährigen; niedriger bei Alzheimer/MELASkeine randomisierte Studie
Tierstudien
ModellDosis (Studie)DauerErgebnis
C. elegans (Überexpression)↑ Lebensspanne (daf-16-abhängig)
Mäuse + HNG-Analog2×/Wochemittleres Alter↑ metabolische Healthspan, ↓ Entzündungsmarker
Beworbene / vermutete Wirkungen

Häufig beworben — nicht gleichbedeutend mit belegter Wirkung.

Neuroprotektion (Alzheimer, Gedächtnis)Herz- und StoffwechselschutzLongevity / „Überlebenspeptid“Schutz vor oxidativem Stress
Dosen aus Studien — reine Referenz
In Tierstudien als HNG-Analog (z. B. 2×/Woche). Keine Humandosis etabliert.

Keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung und keine Umrechnung in Injektionseinheiten.

Risiken & Sicherheit
Bekannte Risiken

in Studien geringe Toxizität.

Theoretische Risiken

Modulation der IGF-1-Achse (Tumor-Relevanz).

Kontraindikationen / Vorsicht

Offene Fragen
  • Wirkung beim Menschen jenseits korrelativer Daten
  • stabilere Analoga
  • Dosis-Wirkung
Quellen
  • Yen K. et al. (2020). The mitochondrial derived peptide humanin is a regulator of lifespan and healthspan. Aging (Albany NY) 12(12):11185–11199. · 10.18632/aging.103534
3D-Struktur
24 AS · Humanin
ziehen zum Drehen · scrollen zum Zoomen
Häufige Fragen
Was ist Humanin?

Erstes der mitochondrial-abgeleiteten Peptide (zu denen auch MOTS-c und SHLP-1–6 zählen). Zytoprotektiv und neuroprotektiv; in Modellorganismen mit Lebensspanne und Healthspan verknüpft. Humandaten sind bislang nur korrelativ.

Wie wirkt Humanin?

Schützt Zellen vor Apoptose und oxidativem Stress; interagiert mit IGFBP3 und Bax sowie der Insulin/IGF-1-Achse. In C. elegans erhöht Humanin-Überexpression die Lebensspanne abhängig von daf-16/FOXO. Der Analog HNG verbessert metabolische Healthspan-Marker in alternden Mäusen.

Wie gut ist Humanin belegt?

Höchste erreichte Evidenzstufe in unserer Einstufung: „präklinisch“. Es liegen 1 ausgewertete Humanstudien vor.

Ist Humanin in Österreich und der EU zugelassen?

Endogenes mitochondrial-abgeleitetes Peptid (erstes seiner Klasse). Therapeutisch experimentell.

Welche Nebenwirkungen sind für Humanin bekannt?

in Studien geringe Toxizität.

Im Themenüberblick

Humanin wird hier eingeordnet: Peptide und Anti-Aging — mit Evidenztabelle aller Substanzen dieses Bereichs.

Zuletzt redaktionell geprüft: 2026-08-07 · Wie wir Evidenz bewerten